Bayer Vital GmbH - Fri Mar 12 17:39:53 CET 2010
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Würmer
 
 
Welche Gefahren bestehen für den Menschen?
 
     
 

Durch zufällige Aufnahme von infektiösen Wurmeiern bzw. Larven, z. B. mit ungewaschenem Gemüse, Salat, Waldfrüchten, aber auch durch direkten engen Kontakt mit wurmbefallenen Haustieren, kann sich der Mensch mit einigen Arten infizieren.
Von humanhygienischer Bedeutung sind folgende Wurmarten:

Spulwurm-Arten
(Erkrankung durch wandelnde Larven: „Larva migrans“)
  Hakenwürmer
(Dermatitis durch wandernde Larven: „Larva migrans cutanea“)
  Dipylidium caninum
(erwachsener Bandwurm im Dünndarm des Menschen)
  Taenia-Arten
(Finnen in verschiedenen Organen, äußerst selten beim Menschen)
  Echinococcus-Arten
(alveoläre oder zystische Echinokokkose)

Vor allem, wenn Kinder in verunreinigten Sandkästen spielen, ist die Wahrscheinlichkeit einer oralen Aufnahme von Wurmeiern oder Larven sehr hoch. Hinzu kommt die Möglichkeit, dass Hakenwurmlarven, die bevorzugt in kontaminierten Sandkästen, feuchtwarmen Badestränden oder Liegewiesen vorkommen, auch beim Menschen aktiv in die Haut eindringen.

Gesundheitsschäden beim Menschen durch Toxocara-Arten
Die als „Larva migrans“ bekannte Erkrankung des Menschen wird durch Larven des Hunde- bzw. Katzenspulwurms hervorgerufen.
Nach erfolgter Infektion schlüpfen im oberen Teil des Dünndarms die Larven, dringen in die Darmwand ein und erreichen über das Blut und Lymphe die Leber. Über das rechte Herz und die Lunge gelangen sie in den arteriellen Blutstrom, über den sie im Körper verteilt werden. In den Kapillaren verlassen die Larven aktiv das Gefäßsystem und wandern in das umliegende Gewebe. Bevorzugte Lokalisation „wandernder“ Larven von Toxocara canis sind beim Menschen die Leber und das ZNS (Larva migrans visceralis) sowie das Auge (Larva nigrans ocularis), wodurch die Gefährlichkeit einer solchen Infektion erheblich an Bedeutung gewinnt. In Europa sind ca. 3–7 % der Bevölkerung seropositiv auf Toxocara.

   Leukokorie (weiß erscheinende Pupille) aufgrund einer Netzhauterkrankung hervorgerufen durch Toxocara-Larven
(hier bei einem acht Jahre alten Jungen)

Gesundheitsschäden beim Menschen durch Hakenwürmer
Bei der „Larva migrans cutanea“ handelt es sich um eine durch wandernde Nematodenlarven hervorgerufene Dermatitis (Hautentzündung).
Häufigste Erreger sind Larven von Ancylostoma caninum und Uncinaria stenocephala. Die Infektion des Menschen erfolgt durch Hautkontakt mit Larven.
Häufigste Infektionsquellen sind beschatteter feuchtwarmer Sand oder Erdböden, die direkt durch Kot infizierter Hunde und Katzen oder indirekt über Abwasser oder Jauche mit Entwicklungsstadien von Hakenwürmern kontaminiert wurden. Besonders infektionsgefährdet sind Kinder, die sich in Sandkästen, auf Spielplätzen und Rasenflächen aufhalten. Auch Badestrände

   können Infektionsquellen sein.
An der Einwanderungsstelle entstehen 2–4 Tage nach der Infektion insektenstichartige, rötliche, stark juckende Hautläsionen. Häufige Komplikation ist eine sekundäre, bakterielle Besiedlung der veränderten Hautbezirke, in deren Folge eitrige Ekzeme entstehen können.Die Wanderung der Larven in der Haut kann für Wochen und Monate unterbrochen werden, um plötzlich aus bisher ungeklärter Ursache wieder aufgenommen zu werden. An den Ruhestellen der Larven bilden sich kleine Papeln.

Gesundheitsschäden beim Menschen durch Dipylidium caninum

   Eine Infektion mit Dipylidium caninum erfolgt z. B. durch das Belecktwerden von Hunden und Katzen, die soeben infizierte Flöhe zerbissen hatten oder durch die orale Aufnahme infizierter Flöhe (v. a. Babys, Kleinkinder).
Nach zufälliger oraler Aufnahme der infektions-reifen Zystizerkoide durch den Menschen entwickelt sich im Dünndarm der etwa 50 cm lange adulte Bandwurm.
Bei stärkerem Befall können Bauchschmerzen, blutig-schleimige Durchfälle und Gewichtsverlust auftreten. Durch das aktive Auswandern der reifen Proglottiden können am After erhebliche Irritationen und Juckreiz entstehen (Pruritus ani).

Gesundheitsschäden beim Menschen durch Taenia-Arten

   Für Infektionen mit dem Schweine- (T. solium) - oder Rinderbandwurm (T. saginata) ist der Mensch normalerweise der Endwirt. Der Nachweis eines Bandwurmbefalls ist oftmals nur ein Zufallsbefund.
Für T. solium kann der Mensch zudem auch Zwischenwirt sein. Die Finnen können sich in verschiedenen Organen einnisten. Es besteht die Gefahr einer Zystizerkose, die bei Befall von Augen, Muskeln oder Gehirn zu schwerwiegen-den Komplikationen führen kann.

Gesundheitsschäden beim Menschen durch Echinococcus-Arten
Echinococcus granulosus („kleiner Hundebandwurm“)
Die Pathogenese der durch E. granulosus verursachten zystischen Echinokokkose/Hydatidose wird im Wesentlichen bestimmt durch Lokalisation, Größe und Anzahl der Finne (Larvenform des Bandwurms). Die operative Entfernung der flüssigkeitsgefüllten Zysten gelingt in den meisten Fällen.

Echinococcus multilocularis („kleiner Fuchsbandwurm“)

   Die alveoläre Echinokokkose unterscheidet sich von der zystischen Echinokokkose/Hydatidose hinsichtlich der Pathogenese in wesentlichen Punkten: Die Finne verhält sich aufgrund ihres ungehemmten, infiltrativen Wachstums wie ein bösartiger Tumor, der in ca. 98 % der Fälle primär die Leber befällt, sekundär aber „Metastasen“ bilden kann, vor allem in Lunge und ZNS.
  Die klinischen Symptome ähneln denen für Leberzirrhosen, bzw. -karzinomen. Die Prognose ist in den meisten Fällen schlecht, da die Erkrankung meist fortgeschritten ist, bevor klinische Symptome auftreten. Die Sterberate bei unbehandelter alveolärer Echinokokkose ist sehr hoch, 93 % der Patienten sterben innerhalb von 10 Jahren nach Diagnose der Erkrankung.
 

 

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